Sport

Freude am Miteinander

"... und mit den netten Leuten hier zusammen sein, das macht mir Spaß. Ich komme gut mit denen klar und bin schon fünf Jahre dabei. Und ich will auch weiter machen", bringt Reglindis Hohm es auf den Punkt. Jeden Mittwoch von 17:00 Uhr bis 18:15 Uhr treffen sich in der Sporthalle der Schule am Kührener Berg bis zu 50 Menschen mit geistiger Behinderung, um sportlich aktiv zu sein.

Kay Sedemund, Vorsitzender der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung - Kreisvereinigung Plön e. V. - (LH-KV) und für sein Engagement 2008 mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet, gründete die Sportgruppe vor etwa 30 Jahren und leitet sie zusammen mit Dorothee Pieske und Hans Jensen, alle drei eint die Erfahrung als betroffene Eltern. Zwischen 20 und 55 Jahre alt sind die Teilnehmenden. "Sie kommen aus Wohnstätten und dem Ambulant Betreuten Wohnen in Preetz und Lütjenburg entweder in kleinen Bussen mit dem Hol- und Bringdienst oder auch selbständig zu Fuß oder mit dem Fahrrad", erklärt Karin F. Merkle, die LH-KV Geschäftsführerin. "Achten Sie mal drauf, wie viel hier kommuniziert wird", sagt Sedemund.

Und tatsächlich, ob beim Rückwärtsgehen durch die Halle, beim Arme heben, Arme strecken, beim auf der Stelle laufen oder Knie anziehen, es herrscht ausgelassene Stimmung, die Freude an der Bewegung und am Miteinander ist spürbar und ansteckend. "Für viele ist das hier ein Ausgleich für die Tätigkeit in der Werkstatt", erklärt Merkle. Bewegung sei wichtig, von den Freizeiten weiß sie, dass alle gern tanzen und natürlich geht es um soziale Kontakte.

Jetzt bilden die Sportler einen großen Kreis, fassen sich an den Händen. Einen Schritt  nach vorn und wippen. Sedemund macht es vor und zählt mit. Dann ist Marit Jensen dran. Sie sitzt im Rollstuhl und führt Extraübungen mit den Beinen aus, um ihre Muskeln zu stärken. Und weil das so gut klappt, bekommkt sie Beifall von der ganzen Gruppe - das tut gut und stärkt das Selbstbewußtsein. Immer wieder wenden sich Pieske und Jensen einzelnen zu, um sie bei der Durchführung der Übungen zu unterstützen.

Am Schluss kommen wie immer Basketbälle ins Spiel. Jeder soll fünf Körbe werfen. Sedemund lacht: "Uns reichen aber fünf Versuche." Was ihn an dieser Gruppe besonders glücklich macht: "Nie fällt ein böses Wort, alle haben Spaß. Dabei machen wir gar nichts Besonderes, sind nur aufmerksam und zugewandt". Und Pieske, die erst seit einem Jahr dabei ist, ergänzt: "Ich empfinde die Arbeit hier als Bereicherung meines Lebens", und beschreibt die Menschen, um die sie sich kümmernt, als "die Ehrlichsten, die es gibt".








Quelle: Der Reporter im September 2013